Schokolade und Nachhaltigkeit – Milka schmeckt wie…

Die aktuelle Kampagne von Milka trägt den Namen “Milka schmeckt wie” – Unter dem Hashtag #milkaschmecktwie lässt Mondelez sogenannte Influencer  uninspirierte Fotos mit ihrer lila Schokolade posten. Wie gestellt diese Bilder dann wirken hat schon Coral gezeigt, bei Milka sieht das nicht anders aus

Wir nehmen die Milka Kampagne zum Anlass, um auf die dunkle Seite der Schokolade hinzuweisen und über Schokolade und Nachhaltigkeit zu sprechen. Mondelez ist hier nur einer der Schokoladenhersteller und wir möchten auf keinen Fall Milka genauer gesagt Mondelez als den alleinigen Buhmann darstellen, zumal Milka “nur” der Viertgrößte Schokoladenhersteller ist und mit cocoa life immerhin ein Programm ins Leben gerufen hat, um mehr für faire Schokolade zu tun, das klingt aber alles mehr wie Greenwashing. Zu viele schwammige Umschreibungen, zu wenig Transparenz. Mehr dazu auf aktiv-gegen-kinderarbeit.de

Fakten über den Schokoladenmarkt

  • Elfenbeinküste (20 Mio. Tonnen) Ghana (9,5 Mio. Tonnen) sind die beiden größten Anbauländer für Kakao (70 %). Zum Vergleich: Platz 3 liegt Indonesien mit “nur” 3,2 Mio. Tonnen (Quelle:statista.de, 2017)
  • Der weltweit größte Schokoladenhersteller ist Mars mit 9,9 % Marktanteil, gefolgt von Nestlé mit 7,7 % und Ferrero mit 6,8 % ganz dicht gefolgt von Mondelez (6,7 %). Hersheys liegt auf dem fünften Platz und dann nach einer großen Lücke Lindt & Sprüngli mit 3,2 %
    Diese 6 Unternehmen machen zusammen 40 % des Weltmarktes aus. (Quelle: publiceye.ch)
  • 65 % der weltweiten Kakaoernte landen bei 3 verarbeitenden Unternehmen
  • Deutschland importiert 10 % der weltweiten Kakaoernte.

Der Vorwurf

Neben der schlechten Bezahlung der Kakaobauern (4ct pro Tafel bekommt der Kakaobauer) möchten wir hier einen noch schlimmeren Vorwurf zuwenden. Kinderarbeit und Kindersklaven

2 Mio Kinder arbeiten in der Elfenbeinküste und Ghana auf Kakaoplantagen

200.000 Kindersklaven arbeiten weltweit auf Kakaoplantagen (Preis für einen Kindersklaven: 20€)

Quelle: aktiv-gegen-Kinderarbeit.de

Diese Doku nun schon ein paar Jahre alt – geändert hat sich nichts.
Milka / Mondelez, Mars, Nestlé und Co. haben sich zwar bereits 2001 bereit erklärt Kindersklaverei zu bekämpfen – Aber das darf getrost als PR-Geplänkel betrachtet werden. Wie ernst die Schokoladenhersteller solche Versprechen nehmen, sieht man aktuell am Thema Palmöl. Hier haben die Hersteller vor Jahren versprochen nur noch Palmöl von Plantagen zu beziehen, für die kein Regenwald gerodet wurde – Die Erfüllung des Ziels wurde jetzt erst mal um 5 Jahre verschoben. Es darf also bezweifelt werden, wie ernst die Hersteller das Thema Nachhaltigkeit nehmen.

Bei Kinderarbeit sieht das nicht anders aus. Eine Studie aus dem Jahr 2015 belegt, dass der Anteil von Kinderarbeit sogar seitdem noch gestiegen ist.
Natürlich ist das noch ein Beweis, dass genau diese Firmen auch wirklich von Sklaverei und Kinderarbeit profitieren. Wenn man sich die Marktanteile anschaut, müssen sich die 5 großen Schokoladenhersteller sehr wohl diesem Vorwurf stellen.
Schokolade und Nachhaltigkeit – Fehlanzeige!
Wie man bei publiceye.ch nachlesen kann, werden alle großen Hersteller als “nachlässig” kategorisiert

Aber unsere sympathische lila Kuh macht sowas doch nicht…. Sicher?
Oder müsste es heißen: Milka schmeckt wie…. Kindertränen, Milka schmeckt wie Sklavenarbeit oder Milka schmeckt wie Blut?

Was kannst Du tun?

Einfache Antwort: Fairtrade Schokolade kaufen!
Die liegt zum Glück haute auch schon in vielen Supermärkten und sehr viel mehr kosten die auch nicht.

Fairtrade Schokoladen Marken:

  • Zotter
  • Forrest Finest
  • Tony´s Chocolate
  • Gepa
  • Die gute Schokolade
  • Green & Black´s
  • Ritter Sport (ab Februar 2018)

 

Oliver Schrage
Schokolade Kinderarbeit
Schlagwörter:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.