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Nachhaltiger Ökostrom | Wir empfehlen diese 7 Anbieter

Zahlreiche Ökostrom Anbieter tummeln sich am deutschen Markt. Aber Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom – Was ist eigentlich nachhaltiger Ökostrom? Auf welche Siegel musst Du achten und welcher Stromanbieter ist der Richtige? Wir bringen Licht ins Dunkel.

Die Tage der Kernenergie sind glĂŒcklicherweise gezĂ€hlt. Der Kohleausstieg ist beschlossene Sache – Egal wie populistisch die Diskussion um Kohlestrom gefĂŒhrt wird, es tĂ€uscht darĂŒber hinweg, dass 70 % aller Deutschen den Kohleausstieg befĂŒrworten. Das ist eine beeindruckende Zahl, aber wie viel Wert hat sie eigentlich? TatsĂ€chlich betrĂ€gt der Marktanteil von Ökostrom gerade mal 26 %. Nachhaltiger Ökostrom hat einen noch kleineren Anteil.

Bis die letzten Kohlekraftwerke vom Netz gehen, dauert es noch ein paar Jahre. Du willst den Kohleausstieg jetzt schon? Dann steig aus!

Kohlestrom ist ab 2030 Geschichte. Endlich! Ungeachtet der CO₂-Belastung durch Kohlekraftwerke ist es ein Fakt, dass ein Rohstoff wie Kohle nicht nachwĂ€chst und irgendwann nun mal alle ist. Das heißt: FrĂŒher oder spĂ€ter bleibt uns nichts anders ĂŒbrig, als alternativ Strom zu erzeugen. Wenn aber nach dem Kohleausstieg ohnehin nur noch erneuerbare Energien durch die Leitung fließen, wozu dann noch einen Ökostromtarif? Ganz einfach: Weil Ökostrom nicht automatisch nachhaltig ist!

Was ist nachhaltiger Ökostrom?

Ein nachhaltiger Ökostrom-Anbieter liefert nicht nur Strom aus erneuerbaren Energien, er investiert auch massiv in die lokale Ökostromproduktion. Hierzu zĂ€hlt der Ausbau und die Weiterentwicklung von Ökostromanlagen und die Entwicklung von neuen Formen der Stromerzeugung.  Das OK-Power-Siegel steht genau dafĂŒr, ebenso wie beispielsweise das grĂŒner Strom Label, daran kann man sich gut orientieren.
FĂŒr nachhaltigen Ökostrom werden natĂŒrlich auch nur Anlagen in Einklang mit Tier und Natur gebaut, denn WindrĂ€der, die ohne Sinn und Verstand in die Botanik gepflanzt werden, sind schlichtweg nicht nachhaltig.

Außerdem sind an nachhaltigem Ökostrom auch keine Kohle und Atomkonzerne beteiligt, diese Unternehmen können zwar auch zertifizierten Ökostrom erzeugen, sind aber nicht nachhaltig. Eprimo zum Beispiel dĂŒrfte zu den gĂŒnstigsten Ökostrom-Anbietern gehören, dahinter steckte bis 2020 aber RWE (heute gehört eprimo zu e.on) – also ein Anbieter, der große WaldflĂ€chen rodet, um an weitere Kohle zu kommen (Nick Schrader dreht aktuell eine Dokumentation ĂŒber die Zerstörung des Hambacher Forst durch Braunkohleabbau). Mit seinem billig produzierten Kohlestrom subventioniert der Konzern nun seinen Ökostrom, damit der schön billig ist. Wer also zu diesem Anbieter wechselt, Ă€ndert nichts. Und selbst wenn ein Anbieter in Deutschland ausschließlich Ökostrom erzeugt, heißt das nicht, dass er international nicht doch weiterhin auf Kohle setzt – Deshalb ist es wichtig, sich seinen neuen Stromanbieter genauer anzuschauen. 

Kriterien fĂŒr nachhaltigen Ökostrom

💹🌞 Strom100% erneuerbare Energien
🏭 UnternehmenKeine fragwĂŒrdigen Mutterkonzerne
🌳 UmweltAnlagen im Einklang mit der Natur
🎖 SiegelOK Power, GrĂŒner Strom

💹🌞 Nachhaltige Ökostrom Anbieter – Unsere Empfehlungen

Alle 5 Anbieter achten streng auf die Kriterien fĂŒr nachhaltigen Ökostrom und sind daher besonders zu empfehlen. Mit WechselprĂ€mien gehen diese Anbieter allerdings sehr sparsam um, weil man auf Langfristigkeit setzt. Sollte aber einer dieser Anbieter eine Aktion haben, halten wir Dich hier auf dem Laufenden. 

Green Planet Energy

green planet energyZweifellos DER Vorreiter fĂŒr Ökostrom – Klar, der Anbieter ist ja aus Greenpeace und damit der Antiatomkraft Bewegung hervorgegangen und ist Greenpeace bis heute eng verbunden. Als Genossenschaft steht fĂŒr Green Planet Energy nicht die Gewinnmaximierung im Fokus, sondern nachhaltige VerĂ€nderung. Mehr Infos ĂŒber Green Planet Energy.
Strommix: 48 % Wasser / 52 % Wind
Grundpreis: 13,90 € / Monat + Arbeitspreis: ab 35,80 Cent / kWh

Im MĂ€rz 2024 gibt es 120 € Wechselbonus!

→ green-planet-energy.de*

Naturstrom

naturstromSeit 20 Jahren am Markt und mit ĂŒber 300.000 Kunden ein Big Player. Die GrĂŒndungsmitglieder kamen damals vom BUND und vom NABU. Ein Cent pro Kilowattstunde fließt direkt in den Bau neuer Anlagen. 
Strommix: 100 % Wasser

Grundpreis (Naturstrom Flex): 13,90 € / Monat + Arbeitspreis: ab 27,55 Cent / kWh

Aktuelle Aktion im FrĂŒhjahr 2024: 30 € Startguthaben

→ naturstrom.de*

Stromee (Marktplatz)

stromeeHier haben wir es mit einem Stromanbieter zu tun, der ein innovatives Marktplatzkonzept anbietet. Das heißt, Du wĂ€hlst explizit das Kraftwerk aus, von dem Du Deinen Strom beziehen willst. Alles unabhĂ€ngige Erzeuger, die den Kriterien des OK Siegels entsprechen. Zum Beispiel das Solarkraftwerk Sangerhausen, die Biogasanlage der Familie Stockert in Krautheim oder ein Windpark bei Hamburg. Im Erzeugerprofil siehst Du, wer die Anlage betreibt. Das ist transparentes „Strom shoppen“

Grundpreis: 10,52 € / Monat + Arbeitspreis: ab 30,48 Cent / kWh (abhĂ€ngig von der jeweiligen Anlage)

→ stromee.de*

Polarstern

polarsternDas Unternehmen ist eine PrivatgrĂŒndung und kam erst 2011 auf den Markt. Nachhaltiger Ökostrom stand von Anfang an im Fokus.  In der Gemeinwohlbilanz kann man ganz genau nachlesen, wie das Unternehmen wirtschaftet.
Strommix: 100 % Wasser
Grundpreis: ab 12,90 € / Monat + Arbeitspreis: ab 36,71 Cent / kWh (abhĂ€ngig von der Region)

→ polarstern.de*

Tibber (dynamischer Tarif)

Eine Herausforderung bei der Energiewende ist, dass wir lernen Strom dann zu verbrauchen, wenn er da ist. FĂŒr viele Lebensbereiche ist es schließlich völlig egal, wann die Energie angezapft wird. So kann das E-Auto genauso um 3 Uhr morgens anfangen an der Leitung zu nuckeln und auch die SpĂŒlmaschine kann irgendwann laufen – Wichtig ist nur, dass die GerĂ€te zu einer bestimmten Zeit wieder einsatzbereit sind. Smartmeter bzw. Smarthome und dynamischer Strompreis heißen die Zauberwörter.

Der kĂŒrzlich in Deutschland gestartete Ökostrom-Anbieter Tibber geht noch einen Schritt weiter. Du zahlst nur den Strompreis, der jetzt gerade am Markt gehandelt wird. Das bedeutet: Wenn richtig ordentlich Wind weht und unsere Windkraftwerke massiv Strom durch die Leitungen pumpen, sonst aber nur wenige Menschen Strom verbrauchen, sinkt natĂŒrlich der Preis. Jetzt kannst Du per App entscheiden, ob Du fĂŒr diesen aktuell sehr niedrigen Preis Deine GerĂ€te laufen lĂ€sst oder ob Du damit vielleicht besser noch etwas wartest. Tibber gibt den Preis 1 zu 1 an Dich weiter und verdient ausschließlich am monatlichen Grundpreis.

Wie stark der Strompreis an einem Tag schwankt, zeigt diese Grafik

Beispielhafter Verlauf des Strompreises am 08.09.2023
Beispielhafter Verlauf des Strompreises am 08.09.2023 in Berlin

Dieses Modell konnte Tibber bereits ausgiebig in Skandinavien, wo das Start-up seit 2016 am Markt ist. Der Strom stammt zu 100 % aus dem Windpark Quenstedt in Sachsen-Anhalt. 

Grundpreis: 5,99 € / Monat + dynamischer Arbeitspreis (Durchschnittspreis Februar 2023: 30 Cent

→ tibber.com*

BĂŒrgerwerke

bĂŒrgerwerkeDas ist ein BĂŒndnis von 95 verschiedenen Energiegenossenschaften zu einem bundesweiten Anbieter. Der Grundgedanke ist, dass man BĂŒrger bei der Energiewende auch mitnimmt und entsprechend einbindet. Hier finden sich auch Kleinstanbieter, fĂŒr Dich als Kunden macht das aber keinen Unterschied – Dein Ansprechpartner sind die BĂŒrgerwerke. Mehr Informationen findest Du hier.
Strommix: 98,8 %, 1 % Solar, 0,2 % Wind
Grundpreis: 14,90 € / Monat + Arbeitspreis: 38,38 Cent / kWh (Preise schwanken, je nach Region)

→ bĂŒrgerwerke.de*

Zolar

ZOlarHier haben wir es nicht mit einem Ökostrom-Anbieter zu tun, sondern mit Zolar planst Du Deine eigene Photovoltaik-Anlage. Mit dem Online-Konfigurator wirst Du Schritt fĂŒr Schritt zur schlĂŒsselfertigen PV Anlage gefĂŒhrt. Von der FlĂ€chenberechnung, ĂŒber Fördergelder bis hin zur Montage durch einen örtlichen Handwerker ist alles drin im Paket. Perfekt fĂŒr alle, die sich nicht im Detail um alles selbst kĂŒmmern wollen. Die Zolar GmbH in Berlin ist ein eigenstĂ€ndiges Unternehmen, das finanzkrĂ€ftige Investoren im RĂŒcken hat, wie zum Beispiel BayWa (BayWa r.e. Energy Ventures)

→ zolar.de*

Preisvergleich:

nachhaltiger Ökostrom AnbieterGrundpreis / MonatArbeitspreis / kWh
bĂŒrgerwerke14,90 €38,38 Centzum Anbieter*
13,90 €35,80 Centzum Anbieter*
naturstrom13,90 €27.55Centzum Anbieter*
polarstern12,90 €36,71 Centzum Anbieter
stromee10,52 €30,48 Centzum Anbieter*
5,99 €dynamisch
zum Anbieter*

Grundlage fĂŒr die angegebenen Preise: PLZ 10585, 1.500 kW/h pro Jahr [Stand 06.2024] ohne GewĂ€hr.

Warum ist nachhaltiger Ökostrom besser als normaler Ökostrom?

Ein oft genanntes Argument ist, dass ja ohnehin aus allen Steckdosen der gleiche Strom kommt. Das ist sicher richtig, aber mit dem Wechsel unterstĂŒtzt Du den Ausbau von erneuerbaren Energien und verbesserst Deine persönliche Energiebilanz (ca. 500 g CO2 pro Kilowattstunde)
Du unterstĂŒtzt damit auch kein Unternehmen, das Dir auf der einen Seite grĂŒnen Ökostrom verkauft und auf der anderen Seite weiterhin mit Kohlekraftwerken unsere Umwelt verpestet oder den Wald abholzt. Kurz: Jede ökologisch erzeugte Kilowattstunde ist eine, die nicht durch Kohle oder Atom erzeugt werden muss. Du setzt ein Zeichen und ĂŒbst Druck auf Politik und Wirtschaft aus.

Ja, aber: Kohlestrom sichert ArbeitsplĂ€tze und schĂŒtzt vor dem Blackout

Was fĂŒr ein zauberhaftes MĂ€rchen. Ein verzweifelter Versuch der Kohlelobby Stimmung zu machen. Fakt ist: Die Kohleindustrie hat in den letzten 25 Jahren 89 % aller Stellen abgebaut und aktuell arbeiten gerade mal 12.000 im Kohlebergbau. Die erneuerbaren Energien stellen aktuell ĂŒbrigens 330.000 ArbeitsplĂ€tze. Also worĂŒber genau sprechen wir hier? NatĂŒrlich mĂŒssen wir uns um 12.000 Menschen kĂŒmmern und absichern, dass diese ohne finanzielle Einbußen weiter leben können, sofern sie nicht umgeschult werden können.

Die Angst vor dem Blackout ist völlig unbegrĂŒndet und reine Panikmache. Denn es gibt in Deutschland bereits Reservekraftwerke, die kurzfristig ihre KapazitĂ€ten hoch und herunterschrauben können. 2016 haben an 108 Tagen ĂŒbrigens diese Reservekraftwerke fĂŒr die Versorgung gesichert – also eine Zeit, in der wir grĂ¶ĂŸtenteils noch Atom und Kohlestrom bezogen haben. Ein tolles Video zu dem Thema findest Du auf dem Youtube Kanal von Rayk Anders.

Ja, aber die Ökobilanz von WindrĂ€dern ist so schlecht.

Das muss man differenzierter betrachten. Ja, natĂŒrlich werden teure Metalle und Materialien in WindrĂ€dern verbaut, aber bereits nach einem Jahr Laufzeit hat ein Windrad mehr Energie erzeugt, als seine Produktion gekostet hat. Richtig ist natĂŒrlich auch, dass man WindrĂ€der nicht einfach massenweise in die Botanik bauen sollte – Waldrodung zugunsten von Windkraftanlagen kann ich genauso wenig gutheißen wie fĂŒr Kohleabbau.
Und hier setzt nachhaltiger Ökostrom an: Denn fĂŒr diese WindrĂ€der wurde keine Natur geopfert.

Wie sieht die Zukunft aus?

Wir können nicht in die Zukunft blicken, aber wir wissen, dass clevere Ingenieure an Lösungen sitzen und natĂŒrlich ist die Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen. NatĂŒrlich werden WindrĂ€der und Photovoltaik Anlagen immer effizienter, darum soll es uns aber hier nicht gehen.

Stromspeicher

Stromspeicher. Damit mussten wir uns nie beschĂ€ftigen, schließlich produzierten Kraftwerke Tag und Nacht wetter-unabhĂ€ngig Strom. Erneuerbare Energien sind da etwas komplizierter. Deshalb werden Stromspeicher immer wichtiger. Dicke Akkus im Keller sind da nur eine Lösung. Spannend finde ich das Vorhaben der Oldenburger EWE, die bauen den grĂ¶ĂŸten Stromspeicher der Welt in einem Salzstock.  Hier soll so viel Strom gespeichert werden, dass man ganz Berlin stundenlang mit Strom versorgen kann. DAS ist Innovation.

DarĂŒber hinaus beschĂ€ftigen sich viele Unternehmen mit dem Thema Stromspeicher. Das Start-up Voltfang zum Beispiel stellt modular Akkus aus ausgedienten E-Auto Batterien her. Wir alle kennen es, wenn der Akku nach ein paar Jahren immer weniger Leistung zur VerfĂŒgung stellen kann – Das betrifft aber in erster Linie unseren Alltagsstrom, ein Akku darf gerne etwas behĂ€biger sein. Und genau hier setzt Volfang an.

Redox Flow ist ebenfalls eine neuartige Batterie, die wir uns in naher Zukunft etwas genauer anschauen werden.

Strom erzeugen, wo er gebraucht wird.

Eine große Aufgabe bei der Energiewende ist der Transport von Strom. Energie aus Windkraft von der Nordsee nach Wolfratshausen und Sonnenenergie aus Brandenburg nach Köln. Dieses Bild wird von Kritikern der Energiewende immer wieder vorgekramt. Aber warum sollte der Strom denn ĂŒberhaupt so weit transportiert werden? Anlagen können, genau wie Kraftwerke, nahezu ĂŒberall gebaut werden. Wo hier der Unterschied zu Kohle und Atomstrom sein soll, will sich mir nicht erschließen.

Besser sogar noch, wie es die Berliner Stadtwerke bereits umsetzen. Hier werden Fotovoltaik-Anlagen auf den DĂ€chern der öffentlichen GebĂ€ude angebracht, aber auch Wohnanlagen können sich das auf das Dach pflanzen – Dann entfallen sogar die Transport-GebĂŒhren fĂŒr den Endkunden, weil der Strom genau da produziert wird, wo er verbraucht wird. Ebenso werden Blockheizkraftwerke gebaut, die direkt an den Wohnanlagen Strom und WĂ€rme produzieren. Eigene Windkraftanlagen rund um Berlin fĂŒttern das ganze noch an. Die stehen auf GrundstĂŒcken der Berliner StadtgĂŒter, was bedeutet, dass dafĂŒr keine Pflanze ihr Leben lassen musste.

Balkonkraftwerke

Wenn jeder an seinem Balkon ein paar Solarzellen anbringt, entlastet das nicht nur den eigenen Geldbeutel, es entlastet auch die Stromnetze. Denn physikalisch bedingt zieht der Stromkreislauf bei Dir im Haushalt erst mal den Strom der bereits da ist und der ist dann der von Deinem hauseigenen Balkonkraftwerk. Klar ist, dass man damit niemals seinen gesamten Strom erzeugen können wird, aber wenn das Balkonkraftwerk 400 kWh erzeugt, stellt das eine enorme Entlastung vor – vor allem, wenn man sich vorstellt, an jedem Balkon hĂ€ngt so ein Ding. Der große Vorteil ist hierbei auch: Natur muss fĂŒr diese Mini PV Anlagen jedenfalls nicht weichen und das ist großartig. Wir haben uns mit dem Thema Balkonkraftwerke hier genauer auseinandergesetzt.

Strom verbrauchen dann, wenn er da ist

Klingt irgendwie komisch und vielleicht auch etwas rĂŒckstĂ€ndig. Wir sind es gewohnt, dass Strom einfach immer da ist und auf Abruf aus der Steckdose kommt, deshalb war uns das immer ziemlich egal. Aber es gibt Lebensbereiche, da kann man durch clevere Technolgie (Stichwort KI) durchaus Strom zeitlich gesteuert verbrauche. Es ist ja schließlich egal, ob das Auto in der Garage um 18 Uhr lĂ€dt, wenn wir gerade von der Arbeit kommen oder um 2:00 Uhr morgens – Entscheidend ist ja nur, dass es um 8.00 Uhr voll aufgeladen bereitsteht. Gleiches gilt fĂŒr den GeschirrspĂŒler, die Waschmaschine und WĂ€schetrockner. Wenn wir eine KI entscheiden lassen, wann sie die GerĂ€te einschaltet, dann holt sie sich automatisch die Information vom jeweiligen Stadtwerk, wann der Strom denn da ist. Seit ChatGPT klingt das auch gar nicht mehr nach Science Fiction – KI ist lĂ€ngst in unseren Alltag eingezogen und sie kann mehr als Fragen beantworten.

Ist Atomkraft nachhaltig?

Die EU-Kommission plant, Atomstrom als grĂŒne Energie zu klassifizieren. GrundsĂ€tzlich sind wir zwar der Meinung, dass Entscheidungen, die wir irgendwann mal getroffen haben, immer wieder erneut ĂŒberprĂŒft werden sollen – schließlich dreht sich die Welt weiter. So gilt das auch fĂŒr den Atomausstieg. Atomstrom sei klimaneutral, behaupten die BefĂŒrworter und damit der richtige Weg aus der Klimakrise. Wir halten diese Aussage allerdings fĂŒr falsch und sogar gefĂ€hrlich. 5 GrĂŒnde warum Atomstrom keine Alternative ist:

  1. Atomkraft ist nicht klimaneutral
    BefĂŒrworter verweisen gerne darauf, dass die pure Stromerzeugung klimaneutral ist – Ja, das stimmt. Dabei lĂ€sst man aber völlig außer Acht, dass Uran abgebaut werden muss (was alleine schon eine Umweltkatastrophe ist), Kernkraftwerke gebaut und spĂ€ter wieder rĂŒckgebaut werden mĂŒssen und auch die Endlagerung wird nicht berĂŒcksichtigt. Eben sowenig wie die Herstellung der Brennelemente. Wenn man also das große Ganze betrachtet, ist die Klimabilanz verheerend. Studien haben bis zu 190 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde errechnet (Quelle: BUND-BaWue.de)
  2. Kernenergie ist teuer
    Atomstrom ist die teuerste Energieerzeugung. Zwar weisen BefĂŒrworter stets auf den gĂŒnstigen Atomstrom hin, aber genau wie bei der angeblichen KlimaneutralitĂ€t lĂ€sst man gerne das Drumherum weg. Die Kosten fĂŒr StörfĂ€lle und die Endlagerung zum Beispiel werden zu 100 % von der Gesellschaft getragen. Seit 1950 sind bereits 200 Milliarden Euro Steuergelder in Form von Fördergeldern in den Atomstrom geflossen, anders als bei den erneuerbaren Energien, erscheinen diese Kosten aber nicht auf der Stromrechnung. (Quelle: IG Metall)“Atomstrom ist billig“ ist also eine glatte LĂŒge.
  3. Der Ausbau von Kernkraftwerken dauert zu lange
    Der Bau eines Atomkraftwerkes dauert bis zu 35 Jahre. (Aktuelle Beispiele: 2 AKWs in der Slowakei in Bau seit 1985, 1 Reaktor in Finnland im Bau seit 2005 und einen in Frankreich im Bau seit 2007) Damit wĂ€re das Klimaziel nicht mehr zu erreichen – So geht keine verantwortungsvolle Klimapolitik. (Quelle: Interview auf Radio Eins mit Mycel Schneider, Herausgeber des jĂ€hrlichen World Nuclear Industry Status Report)
  4. Fehlgeleitete Investitionen
    Werden Fördergelder heute in die Entwicklung von neuartigen Kernkraftwerken gesteckt, fehlen sie bei den erneuerbaren Energien. Und wie in Punkt 3 beschrieben rennt uns hier die Zeit davon. Erneuerbare Energien könnten sofort Strom liefern – Kernkraft nicht.
  5. Die Frage nach der Entsorgung ist nach wie vor ungeklÀrt
    Ohne Idee, was wir mit dem ganzen AtommĂŒll machen, sollten wir gar nicht darĂŒber nachdenken, auf Kernkraft zu setzen. Das wĂ€re eine weitere Verlagerung des Problems auf nachfolgende Generationen – zusĂ€tzlich zur Klimakrise, die Atomkraft nicht verhindert, sondern sogar noch verschĂ€rft.

Fazit: Atomstrom ist noch nicht einmal ansatzweise nachhaltig. Wir wĂŒrden sogar so weit gehen, dass jeder Politiker, der diese Forderung unterstĂŒtzt, dringend offenlegen sollte, auf wessen Gehaltsliste er steht.

Thorium – Die Atomkraft von Morgen?

In der WĂŒste Gobi wurde von China im vergangenen Jahr 2023 der erste Thorium Test-Reaktor in Betrieb genommen. Der Abbau von Thorium ist um 350x gĂŒnstiger als von Uran, weil es sehr viel hĂ€ufiger auf unserer Erde vorkommt. Das klingt also nach einem gĂŒnstigen Energiegewinnungsmaterial. Die sogenannten FlĂŒssigsalzreaktoren gelten als sicherer, als Atomkraftwerke, weil es nicht zu einer Kernschmelze kommen kann. Außerdem wird weniger spaltbares Material benötigt, was am Ende auch zu weniger AtommĂŒll fĂŒhrt. Aber, Du erkennst sicher schon das Dilemma: Es bleibt trotzdem MĂŒll ĂŒbrig und es wird auch weiterhin Wasser zur KĂŒhlung benötigt. Im laufenden Betrieb kann außerdem Gammastrahlung entstehen, die fĂŒr Menschen tödlich sein kann. 

Egal, ob man nun fĂŒr diesen Weg ist oder dagegen. Aktuell ist sind wir noch ca. 10 Jahre davon entfernt, Thorium-Energie wirtschaftlich zu nutzen. In unserer heutigen Situation und auch mit Blick auf das 1,5 Grad Ziel bringt uns das keinen Meter weiter. Wer das heute als Lösung anbietet, argumentiert unwissenschaftlich, unseriös und realitĂ€tsfern.  

Dennoch wĂ€re es genauso töricht, Thorium-Kraftwerke zu ignorieren. Ebenso, wie die Nutzung von AtommĂŒll. Ob und wie, wir diese Energie nutzen können, wird die Zukunft zeigen.

Ein sehr interessantes Video zum Thema findest Du auf dem YoutTube Kanal von Norio

 

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Einfach einen Anbieter von nachhaltigem Ökostrom auswĂ€hlen, Onlineformular ausfĂŒllen und zurĂŒcklehnen. Mehr musst Du nicht tun, den Rest erledigt Dein neuer Ökostrom-Anbieter fĂŒr Dich. Die Preise haben wir fĂŒr Berlin ermittelt – Je nach Region können diese abweichen.

Updates zu „Nachhaltiger Ökostrom“

[09/2022] Der Kohleausstieg ist lÀngst beschlossen. Wir haben daher Passagen im Text angepasst. 

[02/2021] Wir haben Lichtblick aus unserer Liste entfernt, da sich die EigentumsverhÀltnisse geÀndert haben.

Bereits seit 2018 gehört Lichtblick Ökostrom zur niederlĂ€ndischen Eneco Gruppe, die auch mit Kohle bzw. Graustrom handeln (Quelle: TAZ.de) Damit folgen wir Robin Wood, die bereits 2020 Lichtblick aus der Empfehlungsliste fĂŒr nachhaltigen Ökostrom genommen haben.

Am 25. MĂ€rz 2020 haben sich die EigentumsverhĂ€ltnisse nochmals verĂ€ndert: Der Mutterkonzern ENECO wurde von Mitsubishi und dem drittgrĂ¶ĂŸten Energieversorger Japans Chubu ĂŒbernommen. Chubu betreibt auch Kohle, Öl und LNG Kraftwerke. Besonders LNG (FlĂŒssigerdgas) macht mit 64 % den Löwenanteil aus. Aktuell baut Chubu gemeinsam mit Tepco (wir erinnern uns: Fukushima) ein Kohlekraftwerk, das ab 2024 1,3 Gigawatt Strom produzieren wird. Japan allgemein setzt weiterhin verstĂ€rkt auf Kohle und plant 22 weitere Kohlekraftwerke und ist aktuell einer der grĂ¶ĂŸten KlimasĂŒnder (Quelle: Handelsblatt.de)

Nachhaltiger Ökostrom bei Check24*

Wie Du kostenlos Deinen Alltag nachhaltiger gestalten kannst, verraten wir Dir hier
Die BĂŒrgerwerke haben wir in diesem Artikel genauer unter die Lupe genommen.

6 Gedanken zu „Nachhaltiger Ökostrom | Wir empfehlen diese 7 Anbieter“

  1. Ich versteh nicht wieso ich mit dem Wechsel zu einem dieser Anbieter den Ausbau von erneuerbaren Energien unterstĂŒtze. Das kommt sowieso egal welchen Anbieter ich wĂ€hle. Als ob ich nicht schon eh nicht wĂŒĂŸte wie ich in Zukunft meine Rechnungen soll. Ist was fĂŒr gut verdienende GrĂŒnenwĂ€hler und fĂŒrs Gewissen.

    1. Recht hast du das sehe ich ganz genauso. Wir machen uns nur zum Affen als ob wir nicht eh schon viel zu viel fĂŒr Strom in Deutschland zahlen wĂŒrden. Bin echt enttĂ€uscht von Greenpeace. Je grĂ¶ĂŸer so ein Verein wird desto ………. leider auch. Und wenn ich das schon höre mit dem persönlichen CO2 Fußabdruck, eine Erfindung der Mineralölindustrie die uns glauben lassen soll, dass der einzelne es in der Hand hat!!!

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