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Balkonkraftwerk – Nachhaltige, Sinnvolle Ergänzung oder Spielerei?

zuletzt aktualisiert am 21. September 2023 von Oliver Schrage

Seitdem die Mehrwertsteuer auf Solaranlagen Anfang 2023 entfallen ist, hört man immer häufiger „Ich installiere mir jetzt ein Balkonkraftwerk“. Und jetzt, wo immer mehr Städte und Kommunen zusätzliche Förderprogramme aufgelegt haben, erlebt die Branche einen regelrechten Boom. Auch Du interessierst Dich für ein Balkonkraftwerk? Wir geben die einen Marktüberblick, erklären wie das überhaupt funktioniert und ob sich ein Balkonkraftwerk lohnt.

☀️ Ein Balkonkraftwerk ist Klimaschutz und Spardose zugleich

Die Energieversorgung ist ein wichtiges Thema, wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen – Dafür müssen wir alle an einem Strang ziehen! Nachhaltigen Ökostrom zu beziehen ist das eine, aber da geht doch noch mehr: Heute wollen wir uns mit Balkonkraftwerken etwas genauer beschäftigen. Das ist nicht nur gut fürs Klima, sondern schont auch Deinen Geldbeutel.

Unser Strommix besteht noch immer zu einem Viertel aus Kohlestrom, dabei ist es erst mal egal bei welchem Anbieter Du bist. Bei einem Balkonkraftwerk weißt Du definitiv, was drin ist: 100 % Sonnenenergie. Wir können also schon mal sagen: Jede Kilowattstunde, die sich nicht am Strommix bedient, ist eine gute Kilowattstunde. Ein Balkonkraftwerk produziert im Schnitt 400 kWh Strom pro Jahr (laut Herstellerangaben). Das reicht nicht, um einen Haushalt vollständig mit grüner Energie zu versorgen. Aber rechnen wir mal anders:

Ein modernes Windrad erzeugt pro Jahr ca. 10 Mio. kWh (Quelle NDR).  Das bedeutet, dass 25.000 Balkonkraftwerke ein Windrad ersetzen. Mit einem riesigen Vorteil:

Für ein Balkonkraftwerk muss kein Millimeter Natur weichen! Dein Balkon oder Dein Garten sind schließlich schon da. Denn was für nachhaltige Ökostromanbieter normal ist (also keine Natur zu opfern) spielt für die großen Energieversorger leider keine große Rolle – Sie zerstören gerne mal Ökosysteme für ein paar Windräder.

Wichtig für Mieter: Bitte sprich im Vorfeld mit Deinem Vermieter!

Wie funktioniert ein Balkonkraftwerk?

Die Solarmodule erzeugen die Energie, das ist zunächst Gleichstrom – damit kann der Haushalt allerdings nichts anfangen, deshalb wird der Strom durch einen Wechseltrichter geleitet und der macht daraus dann Wechselstrom. Über einen ganz normalen Stecker, stöpselst Du das Ganze an eine Steckdose. Der Strom fließt dann also in Deinen Stromkreislauf. Wann immer Du jetzt ein Gerät einschaltest, wird zuerst dieser Strom verbraucht, weil der eben nun mal schon da ist und nicht von irgendwo her gezogen werden muss.

Sehr schön wird das auf dem YouTube-Kanal Money for Future erklärt.

Für wen lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Anders als eine vollwertige PV Anlage ist ein Balkonkraftwerk vergleichsweise erschwinglich (zwischen 500 und 2000 Euro). Außerdem ist die Montage in der Regel sehr einfach und man kann die Mini PV Anlage nahezu überall anbringen. Damit lohnt sich ein Balkonkraftwerk für jeden, der seine Stromrechnung entlasten und unabhängiger werden will. Auf Quarks.de findest Du auch noch einen spannenden Artikel dazu.

Mit einem Balkonkraftwerk bis zu 200 € pro Jahr sparen.

Balkonkraftwerke sind natürlich erst mal eine Investition. Aber auf lange Sicht sparst Du natürlich Geld. Mit einer kleineren Anlage (300 Watt) zwischen 50 und 100 € eine größere (600 Watt) kann dann schon 200 € pro Jahr. Du siehst also schon: Vollständig kann Dich ein Balkonkraftwerk also nicht mit Strom versorgen. Es ist vielmehr eine Unterstützung. Einen tollen Ratgeber findest Du auch auf finanztip.de

Natürlich hängt die konkrete Ersparnis von einigen Faktoren ab. Die Größe Deines Haushaltes zum Beispiel. Dann natürlich die Lage Deines Balkons (Südseite oder Nordseite / erster oder oberster Stock …) Auch der Winkel, wie die PV Anlage angebracht werden kann, spielt eine Rolle. Und zu guter Letzt auch die Sonnenstunden in Deiner Region. Es ist nun mal so, dass Freiburg sonniger ist als Hamburg. Du siehst: Pauschal kann man gar keine konkrete Aussage treffen.

Auf der Webseite von Anker gibt es einen guten Stromspar-Rechner*, bei dem du all diese Faktoren berücksichtigen kannst.

Werden Balkonkraftwerke gefördert?

Ja! Zum einen entfällt seit Januar 2023 die Mehrwertsteuer für alle Solaranlagen. Ein weiteres bundesweites Förderprogramm gibt es nicht, aber die meisten Bundesländer, Städte und Kommunen haben ihre eigenen Förderprogramme. So bezuschusst Berlin ein Balkonkraftwerk mit bis zu 500 €. In Bayern, NRW, Baden-Württemberg gelten in jeder Stadt / Kommune eigene Förderprogramme. . Eine vollständige Liste mit allen Förderprogrammen findest Du bei efahrer.chip.de. Dort sind auch gleich die entsprechenden Stellen verlinkt, wo du den Zuschuss beantragen kannst.

Wir empfehlen diese Anbieter von Balkonkraftwerken

Zwar gibt es auch nach der Insolvenz von Solarworld noch vereinzelt Unternehmen, die in Deutschland PV Anlagen produzieren. Balkonkraftwerke stammen aber nahezu alle aus China. Das muss erst mal nicht schlecht sein, sollte man aber wissen: Made in Germany gibt es hier kaum. Dankt den Deindustrialisierung-Experten für ihre Vollbremsungen: CDU und FDP – namentlich Peter Altmeier, dessen einziger politischer „Erfolg“ es sein dürfte, zum Synonym der katastrophal vergeigten Energiewende geworden zu sein: Altmeier-Knick.

Es gibt mittlerweile unzählige Anbieter von Balkonkraftwerken. Wir haben uns ein paar wenige herausgepickt, weil diese jeweils unterschiedliche Ansätze verfolgen. Aber natürlich werden wir die Liste auch laufend erweitern.

Panelretter

panelretter

Der Name verrät schon, worum es hier geht: gerettete PV Module. Konkret bedeutet das, Panels mit optischen Makeln, Restbestände – also B-Ware oder Refurbished Solarmodulen. Auch, wenn das Wiederaufbereiten von PV Anlagen erst in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnt, halten wir es für großartig, dass sich hier ein Unternehmen schon heute dem Problem widmet. Denn klar ist: Wir werden in Zukunft viele Solaranlagen verbauen, ob nun als vollwertige Anlage oder als Balkonkraftwerk und irgendwann müssen die eben ausgetauscht werden. Viele der aktuell angebotenen Solarmodule stammen von Heckert Solar aus Chemnitz (also Made in Germany)

panelretter.de*

Mein Solarwerk

Mein Solarwerk

Bei Mein Solarwerk haben wir es mit Balkonkraftwerken Made in Germany zu tun. Die Montage sitzt in Olpe, aber auch die Solarmodule sind Made in Germany – von Heckert Solar Chemnitz, um genau zu sein. Genau deswegen ist Mein Solarwerk auch unsere Top-Empfehlung. Für die Produktion bedient man sich hier natürlich am hauseigenen PV Strom.

Die Kraftwerke sind erhältlich in den Versionen 800, 760, 400, und 380 Watt. Die Ersparnis liegt entsprechend zwischen 370 kWh und 760 kWh.

Preisspanne: 489 Euro bis 860 Euro

15€ Rabatt auf Mein Solarwerk

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Balkonkraftwerke made in Germany
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Anker Solix

Anker Solix

Anker wurde bekannt durch sein Smartphone-Zubehör, wie Powerbanks und Ladegeräte. Unter dem Namen soundcore stellt das Unternehmen Audio-Equipment her. Das Balkonkraftwerk Anker Solix ist der jüngste Spross in der Familie. Die Gründer kommen aus dem Google Kosmos und haben 2012 das Unternehmen im chinesischen Shenzhen aufgebaut. Die Europa-Niederlassung sitzt in Großbritannien und in München ist der Deutschland-Vertrieb.

Allgemein setzt Anker immer mehr recycelte und umweltfreundliche Materialien ein und setzt ambitionierte Ziele bei der CO₂-Reduktion bei der Herstellung um. Als Partner der NGO Oceana setzt sich Anker für saubere Ozeane ein. Oceana selbst musste sich aber auch schon Kritik als „zu industriefreundlich“ gefallen lassen.  Zum Beispiel in der Neflix Doku Seaspiracy.

Das Anker Solix ist, laut Herstellerangaben, das langlebigste Balkonkraftwerk. Dafür gibt Anker eine Leistungsgarantie von 30 Jahren (andere Anbieter liegen zwischen 12 und 25 Jahren). Das 600 Watt Kraftwerk ist auf 800 Watt erweiterbar und erzeugt damit zwischen 500 und 800 kWh.

Als Akkuspezialist hat Anker natürlich auch die entsprechenden Speicher im Sortiment.

Preis: Das 600 Watt Kraftwerk (erweiterbar auf 800) kostet 1.389 €

Keine Coupons gefunden.

Jackery

Das kalifornische Unternehmen hat sich weniger auf Balkonkraftwerke im eigentlichen Sinn konzentriert, sondern auf mobile Solarkraftwerke samt Speicher. Also die Lösung für alle Menschen, die viel unterwegs sind. Egal, ob im Van, im Garten oder auf Reisen. Die Solarpaneele sind faltbar und lassen sich überall ohne große Installation aufstellen und erzeugen sofort Strom. Dafür sind sie nicht so leistungsstark wie echte Balkonkraftwerke. Die stärkste Version hat 200 Watt.

Wer also mal eben eine Solaranlage für den Schrebergarten braucht oder beim Camping Strom erzeugen will, ist hier bestens versorgt

Der Clou ist die tragbare Powerstation. Das macht Jackery für alle interessant, die gar kein Balkonkraftwerk installieren können. Einfach die Anlage in die Sonne stellen, die Powersation aufladen und jederzeit anzapfen. Explorer 240 ist die kleinste Einheit und hat eine Kapazität von 240 Wh – damit läuft ein Laptop (16 Watt) ca. 15 Stunden, eine Kühlbox (10 Watt) 24 Stunden. Voll aufgeladen ist sie in knapp 5 Stunden und kostet 299 €. Wer mehr Wumms braucht, greift zur 500er oder 1.000er, 1.500er oder 2.000er-Version

Preis: Im Set (Solarpanel + Powerstation) gibt es die Jackery anlagen ab 520 Euro

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Kleines Kraftwerk

Kleines Kraftwerk Kleines Kraftwerk ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Oyten / Niedersachsen. Hier werden zwar nicht die Solarzellen produziert, aber immerhin die Halterungen. Davon gibt es verschiedene Montagemöglichkeiten: Wand, Gitterbalkon, Flachdach, Ziegeldach oder Garten – egal, wo Du Platz hast – das kleine Kraftwerk lässt sich quasi überall montieren. Der Hersteller gibt eine 25-jährige Leistungsgarantie auf die PV Anlage. Den passenden Speicher kannst Du bei Bedarf gleich mitbestellen.

Preis: Das kleinste Balkonkraftwerk erzeugt 400 kWh pro Jahr und kostete 447 Euro.

Kleines Kraftwerk

10% Rabatt auf das gesamte Sortiment

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Wie nachhaltig und umweltfreundlich ist ein Balkonkraftwerk eigentlich?

Ich muss zugeben, auf mich wirkt es immer seltsam, wenn man jeden einzelnen Krümel grüner Technologie auf eine Goldwaage legt und dabei scheinbar gar nicht berücksichtigt, dass herkömmliche Technik auch nicht aus Vollkornbrot und Regenwasser besteht. Aber ok, natürlich verbraucht die Herstellung von Photovoltaikanlagen Ressourcen, dabei werden auch hier CO2 ausgestoßen. Aber…

  1. Eine Photovoltaik Anlage hat sich nach einem Jahr energetisch amortisiert. (Quelle: Tagesschau.de) Also nach einem Jahr hat sie so viel Energie emssionsfrei generiert, wie sie bei der Herstellung gekostet hat.
  2. Eine Kilowattstunde Solarstrom verursacht einen Treibhauseffekt, der rund 40 Gramm Kohlendioxid entspricht. Zum Vergleich: Braunkohle liegt hier bei 1000 Gramm, allerdings ist hier der Bau und Abriss des Kraftwerks nicht enthalten.
  3. Es stecken keine knappen Rohstoffe in Photovoltaikanlagen

Auf der Schattenseite steht das Blei, das in den Solarmodulen aktuell verbaut wird. Es ist zwar bereits möglich Solarmodule ohne Blei herzustellen, die sind aber noch relativ teuer und deshalb noch nicht sehr stark im Markt vertreten. Auch die Importe aus China sind nicht so cremig – zwar machen sie gerade mal 3% der Gesamt-Emissionen aus. Das größere Problem ist hier, der Strommix, der für die Herstellung gebraucht wird (China ist aktuell noch Kohle-Land)

Entsorgung und Recycling von PV Anlagen

Das ist zwar noch ein Zukunftsthema, schließlich halten die Anlagen mindestens 25-30 Jahre, aber die Tendenz steigt bereits. Klar! Heißt, wir müssen uns heute schon damit auseinandersetzen, schließlich entscheidet die Produktentwicklung bereits, wie viel am Ende recycelt werden kann.

Das verwendete Aluminium wird aktuell bereits vollständig recycelt, auch das Glas wird oft zu Glaswolle. Die Deutsche Umwelthilfe hat gemeinsam mit der Entsorgungsbranche ein Weißbuch entwickelt, um das Thema Kreislaufwirtschaft bereits in der Produktentwicklung zu berücksichtigen und eine Rücknahme und Sammelsystem zu installieren.

 

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