Tomorrow Bank | Wie nachhaltig ist das Konto von Morgen?

Was macht eigentlich Dein Geld, wenn Du nicht hinschaust? Hast Du Dich das schon mal gefragt? Lange ging es im Finanzwesen ausschließlich um Rendite – und weil Erprobtes auch Sicherheit bedeutet, fließt immer noch viel zu viel Geld in Gestriges (Wir fair ist Deine Bank?). Aber Banking darf nicht die Welt kosten – und genau das hat sich die Tomorrow Bank auf die Fahne geschrieben. Wir haben uns den Neuling angeschaut und verraten Dir was die Tomorrow Bank anders macht, wer dahintersteckt und wie nachhaltig sie ist.  Begleite uns dann auf dem Weg zu unserem eigenen Tomorrow Konto samt Erfahrungsbericht.

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Was macht die Tomorrow Bank anders als die anderen?

Dafür müssen wir zunächst verstehen, wie eine Bank überhaupt Geld verdient. Vereinfacht ausgedrückt: Du bringst Dein Geld zur Bank, die nehmen es und investieren es in andere Unternehmen oder Kredite. Du bekommst dafür Zinsen. Dabei geht es der Bank um den größtmöglichen Gewinn. Ethik spielt dabei keine Rolle und so fließt Dein Geld zum Beispiel in Rüstung, Kohle, Öl, Gentechnik oder andere schlechte Geschäfte. Frei nach dem Motto: Wir scheißen auf morgen, solange wir heute damit Geld verdienen.

tomorrow impactAnders ist das bei der Tomorrow Bank. Auch hier wird zwar mit Deinem Geld gearbeitet, aber hier wird ausschließlich in nachhaltige Projekte investiert. Also: Heute nachdenken, wovon wir morgen leben wollen. Impact-Strategie nennt Tomorrow das und hat bisher bereits 9,8 Mio Euro in Nachhaltigkeit investiert. Zum Beispiel: erneuerbare Energien, Bio Landwirtschaft oder zukunftsfähige Mobilität.

Egal ob Du Dich für das kostenlose oder Tomorrow Zero entscheidest – Die Philosophie ist bis hierhin dieselbe

Das Klimaneutrale Girokonto Tomorrow Zero

Neben ein paar funktionalen Unterschieden (unbegrenzte Bargeldabhebung und Unterkonten) ist der wesentliche Unterschied, dass die monatlichen 15 € in Klimaschutzprojekte fließen. Damit kompensierst Du pro Jahr über 11 Tonnen CO2. Das ist in etwa der Ausstoß, den wir Deutsche durchschnittlich pro Kopf produzieren. Tomorrow Zero ist also deutlich mehr als “nur” ein kostenneutrales Konto.

Klimaschutz mit der Visa Debit Karte

Jedes Mal, wenn Du mit der Visa-Karte der Tomorrow Bank bezahlst, schützt Du das Klima. Konkret: 1 € Umsatz schützt 1 Quadratmeter Regenwald. Gebühren fallen dabei nicht an: Weltweit kostenlos und die Abdeckung von Visa ist nahezu flächendeckend. Natürlich kannst Du damit auch kontaktlos bezahlen (nur beim erstmaligen Bezahlen brauchst Du Deine PIN). Ich liebe es und zahle fast nur noch per Karte. Bargeld ist bei mir Bäckergeld – Weil die kleine lustige Bäckerei in meinem Kiez keine Karte akzeptiert.
Die Karte ist übrigens eine Debit-Karte. Das bedeutet, dass die Zahlung direkt vom Konto abgebucht wird und nicht wie bei richtigen Kreditkarten einmal im Monat. Du hast also keinen Kredit, sondern kannst nur das ausgeben, was auch gerade auf Deinem Konto ist. Das ist bei N26 übrigens ganz genauso. Damit gibt es aktuell auch keinen Dispo.

Du kannst die Karte auch mit Google Pay verbinden. Apple kommt in Kürze.

Banking per App

Die Tomorrow App kann aus dem App-Store und bei Google Play heruntergeladen werden. Das ist auch wichtig: Die Tomorrow Bank gibt es nämlich ausschließlich als App – Derzeit ist kein Banking am Desktop möglich.
Das ist aber so intuitiv, dass jeder damit zurechtkommen sollte. Wenn ich bedenke, dass ich bei der Sparkasse für jede einzelne Suche in den Kontoauszügen mein Foto-Tan-Gerät zücken muss, ist die App der Tomorrow Bank eine Offenbarung.
Richtig cool finde ich die Push-Benachrichtigungen, wenn eine Überweisung eintrifft oder die direkte Bestätigung, nachdem man mit der Karte bezahlt hat.
Wichtig ist: Steuernummer eintragen! Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Dafür hast Du aber 80 Tage Zeit. Du findest Deine Steuer ID auf Deiner Gehaltsabrechnung.
Mit den sogenannten “Pockets” kannst Du Geld zurücklegen – Also zum Beispiel für den nächsten Urlaub sparen oder irgend eine größere Anschaffung. Pockets sind digitale Spardosen (oder auch Unterkonten). Dort liegt das Geld so lange herum, bis Du es wieder auf das Hauptkonto verschiebst – Erst dann kannst Du damit bezahlen. Aus den Pockets selbst, kannst Du weder bezahlen noch an andere überweisen.

Wer steckt hinter Tomorrow?

Den Gründer Jakob Berndt oder Lemonaid kennt vielleicht der ein oder andere bereits. Die Limonade, die nicht mehr Limonade heißen darf, weil zu wenig Zucker drin ist. Bleibt zu hoffen, dass sich Tomorrow nicht auch bald nicht mehr Bank nennen darf, weil sie zu wenig mit dreckigen Stiefeln durch die Welt latscht.

2019 konnte das Start-up weitere 8,5 Mio Euro von weiteren Investoren eingesammelt, die da wären:  Environmental Technologies (britischer VC Fond), der ehemalige N26 Gründer Christian Rebernik, Juwi Matthias Willenbacher (ehemalige Chef des Ökostromanbieters Juwi) und Vitafy Gründer Georg Bader.

Tomorrow selbst ist keine Bank im eigentlichen Sinn. Die klassischen Bankgeschäfte laufen über die Solaris Bank. Die sind aber wiederum “nur” Technologiedienstleister. Ein eigenes Konto bei Solaris kannst Du nicht eröffnen – Vielmehr ebnet das Unternehmen Start-ups den Weg, ein eigenständiges Finanzprodukt anzubieten. Sicher kennst Du den wohl bekanntesten Lizenznehmer SMAVA oder vielleicht auch Kontist oder bunq nutzen die Infrastruktur der Solaris Bank. Und auch weiterhin stehen die Zeichen auf Wachstum.

So sind übrigens auch Deine Einlagen gesichert. Da das Fintech über eine Bafin Lizenz verfügt, ist auch Dein Geld bei Tomorrow bis 100.000 Euro sicher. Einlagensicherung nennt man das. Also für den Fall, dass etwas schiefgeht. Zum Beispiel, wenn Tomorrow pleitegehen sollte – Durch die Einlagensicherung ist geregelt, dass Dein Geld auch weiterhin Dir gehört. Bänker mögen mir die vereinfachte Darstellung verzeihen.

Meine Erfahrung mit der Tomorrow Bank

Schon länger überlege ich, die Umsätze dieser Webseite auf einem separaten Konto zu bündeln. Wir spenden ja ohnehin schon einen Teil unserer Einnahmen, aber quasi passiv noch mehr für Klimaschutz und Nachhaltig zu tun, fühlt sich einfach richtig an. Da passt so ein Test am lebenden Patienten doch ganz gut und so habe ich gerade eben mein eigenes Konto bei der Tomorrow Bank eröffnet. Meine Erfahrung bezieht sich aktuell nur auf den Anmeldeprozess – Wie sich das Konto im Alltag schlägt, werde ich dann später ergänzen.

Tatsächlich geht das genau so wie auf der Webseite versprochen in 10 Minuten – und das sogar am Samstagabend.
1. App herunter laden*
2. Daten eingeben
3. E-Mail bestätigen
4. Per Videochat Identität verifizieren. Das ging bei mir Ruckzuck mit einem freundlichen Mitarbeiter. Ausweis vor die Kamera halten – etwas wackeln, umdrehen fertig. Keine Angst – Der Mitarbeiter weiß schon was er tut und gibt Dir Anweisungen wie “Ausweis etwas mehr zu Dir kippen” Er schaltet auch von Front zu Rückkamera um – Du musst Dich um nichts kümmern.

Et voila, mein Konto ist eröffnet und ich freue mich, endlich ein nachhaltiges Konto zu haben.

Eine Woche später lag auch schon meine neue Visa-Karte im Briefkasten.
Die Aktivierung war einfach und in 2 Minuten erledigt. Die PIN durfte ich mir selbst überlegen.

Meine erste Überweisung auf mein Konto bei der Tomorrow Bank wurde einen Tag später per Push-Benachrichtigung angekündigt.

Das kontaktlose bezahlen geht super fix. Meine Amex braucht ewig, bis das Terminal die Karte geprüft hat.
Wenige Sekunden nach dem Bezahlen bekommt man eine Pushnachricht von der App über den Betrag. So behält man immer den Überblick.

Visa wird eigentlich überall akzeptiert. Mit meiner Amex durfte ich schon häufiger nicht bezahlen.

Mein Fazit: übersichtliches Interface. Schnelles Überweisen. Das Bezahlen geht fix und problemlos. Für alle, die bei einer “echten” Kreditkarte gerne mal die Übersicht verlieren, perfekt. Da ich meine Kreditkarte aber ohnehin schon immer eher wie eine Debit-Card benutzt habe, für mich kein Unterschied.

Ich werde jetzt meine Amex kündigen und ebenso mein Sparkassenkonto. Die Tomorrow Bank ist jetzt meine neue Hausbank.

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