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Fairtrade Gewürze | 6 Alternativen zu Ankerkraut

zuletzt aktualisiert am 31. Dezember 2023 von Oliver Schrage

Gewürze sind aus keiner Küche wegzudenken. Die Qualitätsunterschiede sind riesig und auch preislich ist die Spanne sehr groß. Da der Markt von nur wenigen großen Anbietern dominiert wird, kann man sich vorstellen, wer am Ende für unsere billigen Gewürze bezahlt. Richtig gute Gewürze und Kräuter kommen direkt vom Feld. Wir haben uns bei Kaffee und Schokolade schon mit dem Thema Direkthandel als Alternative zu Fairtrade beschäftigt, heute wollen wir Dir Fairtrade Gewürze vorstellen.

6 Fairtrade Gewürze für mehr Pepp in der Küche.

Nachdem Ankerkraut von Nestlé übernommen wurde, suchst Du vielleicht auch nach der passenden Alternative. Zum Glück sind wir nicht auf den pervertierten Konzern aus der Schweiz angewiesen, wenn es um Gewürze geht. Es gibt viele Anbieter von Fairtrade Gewürzen.

Direkt vom Feld

direkt vom feld

In jedem Fall besser und transparenter bekommst Du Gewürze bei der Bio Gewürzmanufaktur Direkt vom Feld aus Chemnitz. Hohe Qualität, biologisch, fair und nachhaltig sind die vier Kernelemente der Unternehmensphilosophie.

Durch den Direkthandel mit den Gewürzplantagen gibt es keine Zwischenhändler und so sind die Gewürze auch preislich noch im Rahmen. Es geht aber sogar günstiger: Ganzer Koriander zum Beispiel (in meiner Küche Pflichtausstattung) kostet bei Direkt vom Feld 8,43 pro 100 Gramm – Bei Fuchs 11,63 Euro. Ansonsten musst Du aber bei Direkt vom Feld schon etwas tiefer in die Tasche greifen, in Anbetracht der Tatsache, dass es fair gehandelte Bio Gewürze, ist das auch gerechtfertigt. Hinzu kommt, dass der Koriander Direkt vom Feld aus Österreich kommt, während Fuchs gar keinen Herkunftsnachweis liefert. Das zieht sich übrigens durch alle Produkte. Die Frage nach der Herkunft einzelner Gewürze beantwortet Fuchs nicht.

Uns gefällt besonders, dass alles, was hier angebaut werden kann, auch hier angebaut wird. Direkt vom Feld in der Nachbarschaft. Etwa Senfsaat und Thymian aus Deutschland, Schwarzkümmel, Fenchel und Bockshornklee aus Österreich. Basilikum, Oregano kommen aus Griechenland, Chilli aus Frankreich.

Exotischere Gewürze kommen von Kleinbauern in Indien, Iran, Sri Lanka oder Kolumbien. Aber hier ist Direkt vom Feld genauso transparent. Hier kannst Du Dir alle Erzeuger genauer anschauen*

Bio

Transparenz

Nachfüllpack und Großpackungen


Spicebar

spicebar

Diese Marke ist Dir im Supermarkt vielleicht sogar schon mal begegnet. Immer häufiger findet man die Fairtrade Gewürze von Spicebar in den Bio-Abteilungen. Die Gewürze stammen aus Direkthandel mit Farmen in Nepal oder Kambodscha, aber auch in Deutschland wird einiges angebaut – so kommt der Chili überraschenderweise aus Berlin. Der Andaliman-Pfeffer, etwa ist ein wildwachsender Pfeffer aus dem Urwald Nordsumatras.

Neben den Basis-Gewürzen, wie Pfeffer und Salz gibt es auch eine große Auswahl an Gewürzmischungen und für das gewisse Etwas in der Küche auch Fruchtpulver, wie etwa Mango, Himbeere.
Besonders cool finden wir die Bar zum selber Mixen.
Schade finden wir allerdings, dass es alle Gewürze nicht im Nachfüllbeutel gibt. Jedes Mal eine neue Metalldose kaufen, halten wir für problematisch.

Bio

Keine Nachfüllpackungen

Anbau teilw. in Deutschland


Greenforce

Wenn Du häufiger auf dieser Seite bist, hast Du sicher schon bemerkt, dass wir große Fans der Fleischalternativen von Greenforce sind. Seit einiger Zeit bietet das Münchner Unternehmen auch tolle Gewürzmischungen an. Darunter Klassiker, wie Grillwürzsalz, Pizzaparty, Potatoe Hero und Veggie-Allrounder, aber auch echt außergewöhnliche und spannende Gewürze, wie Erdbeer-Sesam-Pfeffer, Sweet Lemon oder die Blütenmischung: Flower Topping. Das macht richtig Lust auf Experimente am Herd. Mit Rührei Deluxe zauberst Du ganz fix vegane Eiergerichte und mit Vanilla-Kurkuma machst Du im Handumdrehen goldene Milch.

Indian Red Curry, Kebab Style, Ciao Italia und African Safari erklären sich von selbst.

Wie alle Greenforce Produkte sind auch die Fairtrade Gewürzmischungen vegan und werden in Deutschland hergestellt.

Bio

Kein Herkunftsnachweis

Dose aus Kraftpapier


Gewürzland

Der Name verrät es schon: ein ganzes Land voller Gewürze, Gewürzmischungen, Blüten und Kräuter. Alle Mischungen gibt es entweder in Schraubdosen oder als 500 Gramm Nachfüllpackung. Teilweise sogar Großpackungen von 1 bis 100 kg. Gerade für Neulinge in der Küche ist der Onlineshop einfach aufgebaut. Die Gewürzmischungen sind nach Gerichten sortiert. Alle Produkte sind vegan und kommen ohne künstliche Aromen und Geschmacksverstärker aus.

Kein Herkunftsnachweis

Nachfüllpackungen

Großpackungen

Potluck

potluck

Die Bio-Gewürzmischungen aus Hamburg kommen im hübschen Keramiktöpfchen mit einem Deckel aus Kork. Natürlich gibt es auch entsprechende Nachfüllbeutel im Onlineshop. Das junge Team verzichtet auf Geschmacksverstärker und alle Gewürzmischungen sind vegan.

Die Gewürze werden über einen zertifiziertem Gewürzhersteller aus Hamburg von Partnern aus den Ursprungsländern bezogen (Quelle: Interview mit der Gründerin Neele auf liveverde.de)

Wir können an dieser Stelle nicht alle 40 Gewürzmischungen vorstellen. Die Pallette geht von Basics, wie Paprika, Chilli, Basilikum, Kräuter der Provence, Cayennepfeffer über Lebkuchen und Glühweingewürz bis hin zu Harissa, Hummus-Spice, Asia Spice und Tofu Spice. Also für jeden was dabei.

Die schönen Sets machen auch als Geschenk einiges her.

Bio

Behälter aus Keramik

Nachfüllpackungen

Fairtrade Gewürze: Wo der Pfeffer wächst

Zunächst wollen wir den Gewürze-Markt etwas heller beleuchten. Knapp 140 Tonnen Gewürze importieren wir jährlich nach Deutschland. 2009 waren es noch gut die Hälfte, der Markt hat sich also stark entwickelt (Quelle: statista.de). Das entspricht etwa 700 Millionen Euro Umsatz in Deutschland. Und wo immer sich ein Weltmarkt entwickelt, entwickelt sich auch ein Ungleichgewicht.

Spitzenreiter bei den Importen ist natürlich der Pfeffer, gefolgt von Ingwer und Paprika. (Quelle: Fachverband der Gewürzindstrie)
Hauptlieferanten von Pfeffer sind Brasilien und Vietnam, zusammen machen sie 80 % des Weltmarktes aus.
Bei Paprika ist Spanien mit 45 % Marktanteil Spitzenreiter gefolgt von China mit 37 %
Wacholderbeeren, Anis, Fenchel und Kümmel werden in vielen Regionen angebaut, aber der Löwenanteil kommt aus Ägypten (20,5 %) wieder gefolgt von China (16,4 %)

anbaugebiete gewürze
Copyright: Fachverband der Gewürzindustrie e.V., Bonn

Deutschland: fast ein Gewürzmonopol

Fuchs Gewürze kennt nicht nur jedes Kind, es ist auch der unumstrittene Marktführer mit satten 80 % Marktanteil. Zu Fuchs gehören Ostmann, Bamboo Garden, Kattus, Fugeo und Escoffier. Auch im B2B Bereich finden wir Fuchs Gewürze, auf zum Beispiel den Dr. Oetker Pizzen, den Pringles Chips oder der Meggle Kräuterbutter. Auch international ist Fuchs ein Schwergewicht, lediglich der US-amerikanische Hersteller McCormick setzt noch mehr um. (Quelle: boerse-online.de)

Fairerweise müssen wir aber auch sagen, dass wir keine Anhaltspunkte haben, dass Fuchs Arbeiter auf den Plantagen ausbeutet. Aber da der Marktpreis für Gewürze oft unterhalb der Produktionskosten liegt (Quelle: Fairtrade Deutschland), müssen wir mit dem Finger in Richtung des deutschen Gewürzgiganten zeigen.

Wenn Du noch Inspiration zum Kochen brauchst, findest Du auf der Homepage von Direkt vom Feld eine tolle Auswahl an einfachen Rezepten*. Vom Linsenbratling über Falafel bis hin zu Kardamom Kuchen.

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