Nestlé Boykott! Das sind alternative Produkte

Der Nestlé Boykott durch Edeka ist vorbei. Nach monatelangem Streit haben sich die beiden Unternehmen geeinigt. Gewinner gibt es dabei nicht, dafür aber Verlierer. Leider stand nämlich nicht die Perversion mit der Nestlé agiert im Mittelpunkt, sondern lediglich Einkaufskonditionen. Nestlé wird wohl den Preisdruck an seine Zulieferer weitergeben und damit an die schwächsten und ärmsten der Welt. Umso wichtiger ist es selbst die Zügel in die Hand zu nehmen.

Immer wieder hören wir, dass ein vollständiger Nestlé Boykott sehr schwer ist, weil es so viele Marken gibt. Das stimmt einfach nicht. Es ist einfach, man muss es nur wollen. Oft sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht und deshalb haben wir hier einige Alternativen zu Nestlé aufgelistet. Dabei konzentrieren wir uns auf Produkte und Marken, die man im normalen Supermarkt kaufen kann – Das ist nicht immer gleich eine nachhaltige Lebensmittelmarke, aber dennoch besser als Nestlé. Wir möchten hier auch nicht über Sinn und Unsinn der Produkte sprechen, natürlich sind Fertiggerichte nie besonders nachhaltig, alleine schon wegen der zusätzlichen Verpackung.

Was gehört zu Nestlé? Und was sind die Alternativen?

Legende:
Rot = Nestlé
Gelb = andere Konzerne oder Unternehmen, die entweder nicht zu den Großkonzernen (Pepsico, Unilever, Procter & Gamble, Mars, Mondelez) gehören. Also durchaus Marken, die gekauft werden können, aber das Thema Nachhaltigkeit auch nicht besonders ernst nehmen. Diese Produkte sind oft günstiger und wir sehen sie als akzeptable Alternativen, besonders wenn man beim Einkauf auf den Taler achten muss.
Grün = Entweder Bio, Fairtrade oder klein und unabhängig

Maggi
Beschränken wir uns hier mal auf Suppen, denn jegliche Fertiggewürzmischungen von Maggi und Knorr sind schlichtweg überflüssig.
→ Littlelunch, Küchenbrüder, Wünsch dir Mahl
→ Selber kochen und würzen

Wagner
→ Dr. Oetker (immer noch besser)
→ G
ustavo, Bioplar, Alnatura.
Aufgepasst: “Pizza Amerikanische Art” von Globus ist ebenfalls Wagner

Thomy (Senf, Mayonnaise, Fertigsoßen)
→ Bautzner und Lösensenf (gehören beide zu Develey), Kühne (eigenständig)
→ Biozentrale, Zwergenwiese, Byodo

Herta (Wurst)
→ Biolust (wenn überhaupt abgepackt)
→ Beim Metzger (idealerweise Bio)
Aufgepasst: Dulano Delikatess Leberwurst (Lidl) ist ebenfalls Herta

Buitioni (Pasta, Pastasoßen)
→ Barilla, 3 Glocken, Birkel
→ Byodo, Alnavit, Rewe Bio, Biozentrale

Garden Gourmet (Tofu, Hummus, Fleisch-Ersatzprodukte)
→ Rügenwalder, Homann, Vegetaria
→ Taifun, Wheaty, Vantastic Food, Veggy Friends, Alnatura, Like Meat

Süßigkeiten und Cerealien

Süßigkeiten / Schokolade
Kit Kat, Lion, Smarties, After Eight, Rolo, Schoko Cossies, Chocolate Chips, Nuts, Yes
Im “gelben Segment” gibt es keinen Hersteller. Hier gibt es nur Gut und Böse. Auch Milka, Lindt, Mars, Ferrero sind nicht zum empfehlen.
→ Ritter Sport, Gepa, Die gute Schokolade, Alnatura, Zotter

Ceralien (Clusters, Cini Minis, Nestle Fitness, Cheerios, Nesquick, Schreddies)
→ Dr. Oetker, Kellogs, Kölln
→ Seitenbacher, Alnatura, Alnavit, Biozentrale

Eiscreme (Schöller, Mövenpick, Janny´s Eis)
→ Landliebe, Ben and Jerrys (gehört zwar zu Unilever, ist aber immerhin teilweise Fairtrade), Langnese
→ Florida Eis, Alnatura, Das Eis (vegan) Denree
Anmerkung: Häagen Dazs gehört zu General Mills und die wiederum arbeiten im Joint Venture Cereal Partners mit Nestlé zusammen.

Getränke

Mineralwasser (in Deutschland erhältlich: Vittel, San Pelegrino, Contrex, Aqua Panna)
→ Alle anderen Wassermarken
→ Leitungswasser
Anmerkung: Vio und Apollinaris gehören zu Coca Cola

 

Nespresso / Nescafé
Melitta, Tchibo, Segafredo, Lavazza
→ Gepa, Alnatura, Happy Coffee, Lebensbaum, Mount Hagen, J.J. Darboven Café Intención, Rapunzel
Anmerkung: Dallmayr hat zwar 2015 alle Anteile von Nestlé zurück gekauft, der Vertrieb soll aber weiterhin gemeinsam fortgeführt werden. Die Kaffeesparte von Mövenpick gehört zwar nicht zu Nestlé, dennoch arbeiten die beiden Unternehmen bei Eis zusammen.
Anmerkung: 10.05.2018 Nestlé übernimmt das Handelsgeschäft von Starbucks (Handelssblatt)

Babynahrung / Babypflege

Beba
→ Aptamil (Milupa), Hipp, Bebivita, Babylove
→ Löwenzahn Organics, Töpfer, DM Bio, Holle

Bübchen (Babypflege)
→ Penaten, Bebe (Johnson & Johnson), Hipp, Babylove (DM), Babydream (Rossmann)
→ Weleda, Töpfer, Alverde (DM), Alterra (Rossmann) Kneipp

Hundefutter / Katzenfutter

Tiernahrung (Purina, Beneful, Felix, Bonzo)
Im Supermarkt scheinen nur 2 Hersteller vertreten zu sein, neben Nestlé noch Mars, die wir ebenfalls nicht empfehlen können. (Frolic, Pedigree, Whiskas, Royal Canin, Sheba, Dreamies, Kitekat, Chapi, Trill, Cesar und Natusan)
Echte Alternativen findest Du hier: Petnatur* | Doggiepack*

Beteiligungen

Nestlé hält übrigens 29,6% an L’Oréal und ist damit zweitgrößter Stimmberechtigter. Der Vollständigkeit wegen, gehört L’Oréal auf die schwarze Liste für einen Nestlé Boykott.

Und damit an den Marken: Garnier, Maybelline Jade, Essie, Softsheen Carson, NYX Cosmetics. Sowie Lancôme, Biotherm, Helena Rubinstein, Kiehl’s, Giorgio Armani (Parfüm), Ralph Lauren (Lizenz für Parfüm), Cacharel (Parfüm), Viktor & Rolf (Parfüm) und Yves Saint Laurent Beauté, Clarisonic, Diesel, Maison Martin Margiela, Urban Decay, Shu Uemura, Yue Sai, Guy Laroche und Paloma Picasso.
Außerdem die Apothekenkosmetik Vichy, La-Roche-Posay, innéov, Rober & Gallet, Skin Ceuticals, Sanoflore

Die Kosmetikkette The Body Shop gehörte zwischen 2005 bis 2017 ebenfalls zu L’Oréal, wurde aber 2017 an den brasilianischen Natura Konzern verkauft

Alternativen:
Balea, Isana
Weleda, Alverde, Atera, Levara, Hej, noch mehr Alternativen findest Du in unserer Bestenliste: Naturkosmetik

Update vom 07.06.2018: Krombacher

Krombacher und Nestlé haben eine Partnerschaft geschlossen. Krombacher ist damit Lizenznehmer von Nestea. Das wird zwar mit Wasser aus einer Quelle in Würzburg produziert, aber es ist in nicht zu entschulden, dass ein Unternehmen, das seit Jahren Projekte für den Erhalt des Regenwaldes finanziert, jetzt plötzlich mit einem Unternehmen paktiert, welches maßgeblich an der Rodung des Regenwaldes beteiligt ist.

Diese Liste hat nicht den Anspruch vollständig zu sein, sie soll Dir vielmehr einen Überblick geben und Dir den nächsten Einkauf leichter machen.
Du bist der Meinung, wir haben was vergessen? Dann freuen wir uns uns über Deinen Kommentar

Update vom 01.08.2018: Logocos Naturkosmestik

L’Oréal kauft die Logocos Naturkosmetik AG und damit die Marken Logona, Sante, Heliotrop, Fitne, Ihre Klassiker.

Diese Shops führen keine Nestlé Lebensmittel

Marken der Logocos Naturkosmetik AG sind aber noch im Sortiment.

PLAN - PRICE

Description

amorebio.de

Anders als viele andere Shops gibt es hier auch ein großes Frischesortiment wie Fleisch, Obst; Milch und Eiern. Alles Bio - alles gut

vekoop.de

Hier findest Du ausschließlich vegane Produkte. 4000 Artikeln aus den Bereichen Lebensmittel, Haushalt und Drogerie. Seit kurzem findest Du hier auch eine tolle Auswahl an frischem Obst und Gemüse

natur.com

Alles Bio, Alles Frisch. Lieferung mit Wunschtermin.
Von Fleisch über Gemüse und Obst bis hin zu Milch und Getreide
Produkten

Gute Gründe für einen Nestlé Boykott

Wasserprivatisierung

Das ist das wohl das bekannteste und beliebteste Argument, wenn man nach Gründen für einen Nestlé Boykott fragt. Natürlich ist es ein Skandal, dass Nestlé Wasser in armen Regionen abpumpt, das die Menschen dort dringend zum Leben brauchen und es klingt wie ein ganz makaberer Witz, wenn der Lebensmittelkonzern dann behauptet, er würde das Grundrecht auf Wasser unterstützen.

Aber nicht nur in armen Regionen sorgt Nestlés Durst nach Profit für Unmut. Im französischen Vittel sinkt der Grundwasserspiegel jährlich um 30cm. 

So pervers die Wasserpolitik ist, trotzdem bleibt es nur ein Punkt auf einer langen Liste von Verbrechen an Natur und Menschheit.

Regenwaldabholzung

“Wir werden kein Palmöl verwenden, für den extra Regenwald abgeholzt wurde”
Das haben Nestlé, Mars, Unilever und Pepsico versprochen. Wie ernst das gemeint war hat Greenpeace kürzlich enthüllt. In Indonesien wurde im Mai 2018 eine Fläche halb so groß wie Paris gerodet von einem Palmölproduzenten, der genau diese Konzerne beliefert.
Wer also Nestlé Produkte konsumiert, hat ein Stück Regenwald auf dem Gewissen.

Babymorde

Ja, genau so muss man das ausdrücken. Es begann bereits in den 70ern und dauert bis heute an. Durch aggressive Werbung (kostenlose Proben durch Hebammen und Ärzte) hat es Nestlé geschafft die Mütter in Afrika und Indonesien zu überzeugen, dass Milchpulver besser ist als Muttermilch. Danach hat die Mutter die Wahl: Verunreinigtes Wasser oder von Nestlé gestohlenes, abgepacktes Wasser zu kaufen. Dieser perverse Kreislauf zeigt das Grundprinzip von Nestlé. Das wäre etwa so, wie wenn man den Markt mit überzuckerten Produkten flutet und dann für teures Geld Diätmittel verkauft. Moment mal, gibt es nicht sogar einen Konzern, der genau das macht – ach ja Optifast, ein Diätmittel aus dem hause Nestlé

Kinderarbeit, Zwangsarbeit

Nestlé ist der zweitgrößte Schokoladenhersteller der Welt (hinter Mars). Elfenbeinküste und Ghana sind die bevorzugten Herkunftsländer. 2 Mio Kinder arbeiten dort auf Kakao-Plantagen. 200.000 Kinder werden als Sklaven gehalten. Nun gibt es keine eindeutigen Beweise, dass Nestlé das fördert, aber diesem Konzern ist jegliches Leben schlicht egal, warum sollte es beim Kakao anders sein? Wir haben zu diesem Thema bereits einen ausführlichen Artikel geschrieben.

Du brauchst noch mehr Gründe für einen Nestlé Boykott? Hier: Wikipedia

Fairerweise muss man immer die anderen Lebensmittelkonzerne ebenfalls nennen (z.B.: Unilever, Procter & Gamble, Mars). Im folgenden wollen wir uns aber um Alternativen zu Nestlé im Speziellen kümmern.

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